Das Instrument

Sämtliche Musikaufnahmen, die auf dieser Website zu hören sind, wurden mittels eines "Orgel-Expanders" erzeugt. Das ist eine elektronische Orgel, bei der fast alles fehlt, was man bei einer richtigen Orgel erwartet:

Statt Pfeifen gibt es - sehr vereinfacht gesagt - einen großen Speicher, der die Klänge jedes benötigten Orgeltones digital bereithält. Sie stammen von echten Orgeln ab, wurden aber für den Expander auf dessen Disposition abgestimmt. Wenn die Töne nach Anforderung durch den Spieler vom internen Computer des Expanders wieder zum Klingen gebracht werden, ist das Ergebnis klanglich dem einer Musik-CD gleich.

Bei einem Expander fehlen aber auch die Klaviaturen für die Hände und die Füße (Manuale und Pedal). Sie werden ersetzt durch externe Tastaturen, z.B. die von Keyboards, und durch eigens dafür hergestellte Fußpedale oder durch geeignete Computer, die alle via MIDI-Kabel die Spielbefehle an den Expander schicken. Übrigens: Moderne PCs sind dafür wegen der fehlenden Schnittstellen ungeeignet. Bei mir arbeitet ein uralter ATARI ST, rüstig wie am ersten Tag. Mit dem Notensatzprogramm SCORE PERFECT PROFESSIONAL 3.1 (ATARI- und PC-Versionen von ca. 1990!) wurden, teils mittels eines ATARI-Emulators, alle Noten hergestellt.

Die Musikstücke wurden direkt vom Orgel-Expander im .mp3-Format aufgenommen, evtl. die Lautstärke korrigiert und dann ins Internet "hochgeladen".

Zur Wiedergabe der Klangbeispiele ist mindestens ein guter Kopfhörer notwendig oder eine Verstärkeranlage mit guten Lautsprecherboxen. Bei Billigkopfhörern und einfachen Computer-Lautsprechern wird der gewaltige Tonumfang einer Orgel nur sehr unvollständig wiedergeben. Insbesondere hört man die Bässe kaum.

Der Orgel-Expander der Fa. HOFFRICHTER Orgel GmbH aus Salzwedel ist mit allen heute bei elektronischen Orgeln üblichen Finessen ausgestattet: Transposer, Feinstimmer, 5 verschiedene historische Stimmungen, verschiedene Arten von Hall, Anschlußmöglichkeiten für zwei Schweller. Die Zuordnung der Töne auf die beiden Stereokanäle erfolgt nach dem Vorbild des alten Orgelbaus in C- und Cis-Lade, was in einer Kirche sehr gut klingt, im Kopfhörer allerdings gewöhnungsbedürftig ist. Schließlich gibt es noch eine Setzeranlage, mit der 24 Registrierungen vorgespeichert und auf Knopfdruck blitzschnell wieder abgerufen werden können.

Musikalisch beinhaltet das Instrument eigentlich zwei sehr unterschiedliche zweimanualige Orgeln: eine neobarocke Orgel, wie es sie zu hunderten in Deutschland gibt, und eine romantische Orgel nach französischem Vorbild, was auch aus den Registernamen hervorgeht. Zwar haben beide Orgeln dieselben Pedalregister, die Manuale lassen sich aber einzeln umschalten, das Hauptwerk (HW) zwischen den Registern der BANK [A] und der BANK [B], das Schwellwerk (SW) zwischen der BANK [C] und der BANK [D]. So sind vier unterschiedliche Dispositionen darstellbar, die nicht nur im Tutti unterschiedlich klingen:

Version1234
1. Manual (HW)BANK [A]BANK [A]BANK [B]BANK [B]
2. Manual (SW)BANK [C]BANK [D]BANK [C]BANK [D]

Disposition

PEDAL
Subbaß 16´
Oktavbaß 8´
Choralbaß 4´
Rauschpfeife 2fach
Posaune 16´
Trompete 8´
Koppel Hauptwerk (HW) an Pedal / (franz.: Tirasse I)
Koppel Schwellwerk (SW) an Pedal / (franz.: Tirasse II)

HAUPTWERK - BANK [A]HAUPTWERK - BANK [B]
Prinzipal 8´Bourdon 16´
Doppelflöte 8´Montre 8´
Oktave 4´Flûte harmonique 8´
Rohrflöte 4´Prestant 4´
Quinte 2 2/3´Doublette 2´
Oktave 2´Cornet 5fach
Mixtur 4fachFourniture 5fach
Trompete 8´Trompette 16´
Tremulant ITrémulant I
Koppel SW an HWAccouplement

SCHWELLWERK - BANK [C]SCHWELLWERK - BANK [D]
Gedackt 8´Flûte traversière 16´
Salizional 8´Geigenprincipal 8´
Unda maris 8´Voix céleste 8´
Spitzflöte 4´Bourdon 8´
Waldflöte 2´Flûte 4´
Larigot 1 1/3´Octavin 2´
Sesquialtera 2fachHautbois 8´
Zimbel 3fachCromorne 8´
Vox humana 8´Voix humaine 8´
Tremulant IITrémulant II

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